Jet - Historie

1969 stellte Carrera das "zeitgemäße und ausbaufähige elektronische Flugspiel" auf der 20. Nürnberger Spielmesse vor. Die erste Quelle die darüber berichtete war das Magazin "Das Spielzeug" im März 1969. Wörtlich hieß es damals: "bei Carrera Jet sind die ersten Astronauten bereits auf dem Mond gelandet". Das Jet System fand große Beachtung und hielt noch im selben Jahr Einzug in die Spielzeugläden. Gleich vier verschiedene Grundpackungen mit Preisen zwischen 79,- DM und 160,-DM wurden angeboten. Zubehör durfte bei einem erweiterbarem Systemspielzeug nicht fehlen und so gab es alle Jet Teile auch einzeln zu kaufen. Zusätzlich wurden auch noch einige Schienenteile angeboten die nicht in den Grundpackungen enthalten waren. So gab es z.B. Loopingkurven mit unterschiedlichen Radien als konvexe oder konkave Schienen und andere Spezialteile. Am erfolgreichsten war zweifellos die Commander Grundpackung. Sie enthielt als einzige gleich zwei Flieger und war mit 98,- DM auch halbwegs bezahlbar. Die beiden Flugzeuge Starfighter und Mirage flogen auf einer gemeinsam genutzten Schiene. Ereichte einer der Flieger den anderen wurde das Cockpit mit dem Piloten "abgesprengt". Damit das ganze nicht so schnell Langweilig wurde musste der Schub bzw. der Steuerhebel beim erreichen zweier beleuchteter Schienenstücken der Bahn umgekehrt werden. Verpasste der Spieler den Richtungswechsel am Steuerpult, so wurde er zwangläufig langsamer und kam zum stehen. Bei der ebenfalls noch in "größeren" Stückzahlen zu findenden Manöver Grundpackung, war der Spielablauf etwas anders. Hier galt es mit dem Flugzeug Super Sabre Raketen auf die mitgelieferte Zielscheibe zu feuern. Ein druck auf den Feuerknopf des Steuerpultes reichte um die Abschussvorrichtung auszulösen. Treffer auf der Zielscheibe wurden mit einem Aufblinken des Zielscheibenfeldes belohnt. Das Highlight aller Jet Grundpackungen war natürlich die Apollo Grundpackung mit Raumschiff, Astronauten, Loopingspirale und Mond. Das Prinzip ist das selbe wie bei der Manöver, nur das hier als Geschosse Astronauten mit einem Metallkopf auf den Magneten im Mondkrater geschossen wurden. Die vierte und kleinste Grundpackung ist die Jungmeister. Mit einem Kunstflugzeug-Doppeldecker (Jungmeister) fliegt der Spieler hier seine Runden. Sonderfunktionen wie der Abschuss von Geschossen oder Piloten gibt es hier nicht. Lange Zeit waren nur diese vier Grundpackungen bekannt. Seit 2001 sind vereinzelt, einige wenige amerikanische Aerialjet Grundpackungen aufgetaucht. Anscheinend hat die Firma Louis Marx diese amerikanische Version der deutschen Commander Grundpackung Anfang der Siebziger Jahre in den Staaten für Carrera mit dem Carrera Logo verkauft. Über die Stückzahlen der Carrera Jet und Aerialjet Packungen gibt es nur Vermutungen. Es werden wohl tausend oder einige tausend Packungen in der Zeit von 1969-1971 produziert worden sein. Aufgeführt wurde das Jet Programm im 1969-1970´er und im 1970-1971´er Carrera Katalog. Das System verkaufte sich am Ende doch nicht so gut wie man gehofft und erwartet hatte. Obwohl die Jet Restbestände verramscht wurden blieben etliche Packungen noch bis Mitte der 80´er Jahre in vielen Spielzeugläden liegen und fanden erst nach Jahren einen Besitzer.

David Hackländer

Stand Juni 2017